Grundlagen
Unter Schulsozialarbeit versteht man ein professionelles sozialpädagogisches Angebot, das durch verbindlich vereinbarte und gleichberechtigte Kooperation von Jugendhilfe und Schule als eigenständige Institution dauerhaft im Schulalltag verankert ist. Sie verbindet verschiedene Leistungen der Jugendhilfe miteinander und ist mit diesem Angebot im Alltag von Kindern und Jugendlichen ständig präsent und ohne Umstände erreichbar. Sie bringt jugendhilfespezifische Ziele, Tätigkeitsformen, Methoden und Herangehensweisen in die Schule ein, die auch bei einer Erweiterung des beruflichen Auftrages der Lehrkräfte nicht durch diese allein realisiert werden können. Für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern öffnet die Schulsozialarbeit neue Zugänge zum Leistungsangebot der Jugendhilfe und erweitert deren präventive und integrative Handlungsmöglichkeiten.
Rechtliche Grundlagen sind das Sozialgesetzbuch VIII: „Kinder- und Jugendhilfegesetz“ (KJHG), seine Ausführungsgesetze und, soweit vorhanden, entsprechende Gesetze, Richtlinien, Erlasse und andere Regelungen für die Tätigkeit sozialpädagogischer Fachkräfte an Schulen.
Arbeitsansatz
Schulsozialarbeit ist geprägt durch eine Vielzahl von Praxisansätzen. Bei der Realisierung ihrer Aufgaben greift die Schulsozialarbeit auf das gesamte Repertoire sozialpädagogischer Methoden zurück. Grundsätzlich muss jede Einrichtung der Schulsozialarbeit- abhängig von der jeweiligen Situation in der Schule und ihrem Umfeld- den vorhandenen Bedingungen und Voraussetzungen sowie den Zielen und Erwartungen der jeweiligen Kooperationspartner- ihre spezifischen Schwerpunkte setzen und mit der Schule vereinbaren. Schulsozialarbeit kann ihre Wirksamkeit dann am besten entfalten, wenn Beratungs- und zielgruppenspezifische Angebote mit offenen Angeboten für alle Schülerinnen und Schüler kombiniert werden.
Entsprechend diesen Richtlinien sowie den im KJHG festgelegten Aufgaben und Zielen der Jugendhilfe und den praktischen Erwartungen haben sich am Börde-Berufskolleg folgende Arbeitsfelder ergeben:
- Einzelfallhilfen, individuelle Angebote
- Gruppenangebote
- Offene Förderangebote
- Teilnahme an Lehrerteilkonferenzen
- Organisation und Durchführung der Beratungsgespräche zu Beginn eines Schuljahres (Testdurchführung, individueller Fragebogen)
- Praxisbetreuung der Schülerinnen und Schüler im Bereich
- „Kombi-Projekt“
Gezielt werden benachteiligte, beeinträchtigte oder gefährdetet Jugendliche darin unterstützt, die Schule und die mit der Schule verbundenen Anforderungen zu bewältigen. Die Aufgabe der Schulsozialarbeit besteht darin, den Schülerinnen und Schülern bei der Bewältigung ihrer Lernprobleme sowie der hinter diesen Lernproblemen verborgenen Lebensprobleme zu helfen, sie zu motivieren und zu unterstützen, einen persönlichen Sinn im (erfolgreichen) Schulbesuch zu finden.
Durch ständige Präsenz in der Schule (Forum, Büro, Klassenräume) haben die Jugendlichen die Möglichkeit, in Problemsituationen den Rat der Schulsozialarbeiter einzuholen. Schulsozialarbeit bietet sowohl informellen Rat zwischen „Tür und Angel“ als auch formelle Beratungsprozesse zu fest vereinbarten Terminen (Sprechstunden) an. Vertraulichkeit und Freiwilligkeit sind wichtige Grundprinzipien, die für eine Beratung entscheidend sind. Aus kompetenter Beratung entwickelte sich bei Bedarf eine längerfristige sozialpädagogische Begleitung im Schulalltag oder die Einleitung einer systematischen Fallarbeit (z.B. Erstellung eines Hilfeplans in Kooperation mit anderen Einrichtungen / Institutionen der Jugendhilfe).
Handlungsfelder sind u.a.
- Konflikte unter Mitschülerinnen / Mitschülern
- Konflikte der Schülerinnen und Schüler mit Lehrkräften
- Lernprobleme und Schulschwierigkeiten (Schulmüdigkeit, hohe Fehlstunden)
- Probleme in den Familien, soziale Auffälligkeiten im häuslichen Umfeld
- Suchterkrankungen, Schwangerschaft
- Gerichtsverfahren
- Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung und fehlende Zukunftsperspektiven
- Suche nach Praktikums- und Ausbildungsstellen
- Jobsuche
- Suche nach weiteren Schulformen / Fortbildungsmöglichkeiten
- Informationen zu Bundeswehr /Zivildienst
- Möglichkeiten der Freizeitgestaltung
Schulsozialarbeit Börde-Berufskolleg
Diane Brand
Raum 156
Tel. 02921-9639-55
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Christian Bolley
Raum 153
Tel. 02921-9639-26
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